Home | Sitemap | Impressum | Kontakt

Keine News in dieser Ansicht.

Geschichte der Schlabbedengla

"Meh wi schee" (mehr wie schön), so der Slogan der 1. Bruchsaler Guggemusik, ist es für derzeit 70 Akteure, wenn die "heiße Phase" beginnt und auf Straßen und Plätzen, in Kneipen und Hallen exakt der falsche Ton im richtigen Moment und das glitzernde Outfit vom Licht getroffen wird.

Ursprung der seit 1981 anhaltenden närrischen Szene war die durchschlagende Kneipenidee einiger Stammtischler vom "Dörre Ascht" (Gasthaus "Grüner Baum" in Bruchsal). Inspiriert von der befreundeten "Do-re-miau"-Guggemusik aus Zug (Schweiz) sollte wohlgesetzte, aber auch eigenständige "Katzenmusik" fabriziert und zwischen Kraichgau und Rhein gebracht werden.

"Schlabbdengla" (Definition: Flickenschuster, auf gut badisch Schuhsohlen dengelnde, bauernschlaudurchtriebene, schalkhafte Nichtsnutze) sollten es sein. "En alde Schlabbe", das noch fehlende Symbol, schusterte ein einheimischer Zunftmeister.

Neugegründet tauchten sodann 40 "musikalische Begabungen" mit verbeulten Instrumenten, Rasseln, Kazoos und jeder Menge Eigenkonstruktion unüberhörbar in ihre erste "Schampanje" (Kampagne) ein. Das "Jesses, Jesses, Jesses noi, ´s werd doch nix bassiert sei" wurde als Erstlingswerk hinausposaunt, der Siegeszug dieser schrägen Musikversion begann und ist bis heute Erkennungsmelodie der einst "nördlichsten Guggemusik der Welt".

In weiß-blauen Stadtfarben kostümiert, zog der bis heute unkontrollierte und quicklebendige Haufen meist unangemeldet - die Tanzkappellen niederspielend - durch sämtliche Veranstaltungen. Zunächst des Höllenlärms wegen distanziert bestaunt, wurden von dem Bruchsaler Narrenvolk dann doch "ihre Schlabbedengla" begeistert gefeiert.

Im zweiten Jahr erreichte man "Busstärke" und vorläufigen Aufnahmestopp, denn längst hatte sich "auswärts" herumgesprochen, dass in Brusl ein besonderes Narrengewächs aufgeblüht war. Die Hochburgen der Fasnacht liegen seit dieser Zeit ebenso auf der musikalischen Route wie Traditionelles und immer wieder Neues.

Die hohe Kunst der schrägen Töne, von Samba Brasil, über Rock´n´Roll, bis hin zu "alle meine Entchen" wird ab September jeden Donnerstag eifrig geprobt. Auch die im zweijahresrhythmus anstehende Kostümfrage ist ein höchst brisantes Thema (ehemals originelle Kostüme: "Gebilde in Stadtfarben" - "Venezia" - "Regenbogen" - "Raumpatrouille" - "Unterwasserwelt" - "Märchenwelt" - “Rote Grütze“ - “Eiszeit“ - “Fernost“ - “die grüne Hölle des Amazonas“). Vorgegeben sind Stoffe, Farben und Motto. Was jeder "Schlabbi" mit Phantasie, Kreativität und Glitter daraus "formt" und an Masken "aufpinselt", wird spannungsgeladen beim ersten Auftritt erwartet.

Unser aktuelles Motto ist "HOKUS-POKUS GEISTERWELT".